Die DEL Zuschauerzahlen erzählen eine Geschichte, die in der deutschen Sportlandschaft ihresgleichen sucht. Seit Jahren steigen die Besucherzahlen der PENNY DEL — nicht als Einmaleffekt, sondern als Trend, der sich Saison für Saison bestätigt. Die DEL wächst — die Zahlen beweisen es, und zwar mit einer Deutlichkeit, die selbst Skeptiker überzeugen dürfte.
Was in anderen europäischen Eishockeyligen Stagnation oder Rückgang heißt, ist in der DEL ein kontinuierlicher Aufwärtstrend. Die Hallen werden voller, die Stimmung wird lauter, das Produkt wird attraktiver. Die Zuschauerzahlen sind dabei mehr als eine Statistik — sie sind ein Barometer für die Gesundheit des deutschen Eishockeys. Und dieses Barometer steht auf Allzeithoch.
Auf dieser Seite analysieren wir die aktuellen Zuschauerzahlen der DEL-Saison 2025/26, vergleichen sie mit den Vorjahren und schauen, welche Clubs die Rangliste anführen. Denn hinter den Gesamtzahlen verbergen sich 14 verschiedene Geschichten — von der ausverkauften Lanxess Arena in Köln bis zum neuen SAP Garden in München. Jede dieser Geschichten trägt auf ihre Weise zum Gesamtbild bei, das die DEL zum Zuschauerphänomen des deutschen Sports macht.
Saisonvergleich: Warum die DEL-Zuschauerzahlen Rekorde brechen
Die Saison 2024/25 hat die Messlatte auf eine neue Höhe gelegt: über 2,8 Millionen Zuschauer strömten in die Arenen der PENNY DEL — verteilt auf 364 Hauptrundenspiele, was einem Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Schnitt kletterte auf 7.781 Besucher pro Partie, nach 7.160 in der Saison davor. Die aktuelle Spielzeit 2025/26 bewegt sich auf einem vergleichbaren Niveau und hat gute Chancen, diese Marken erneut zu erreichen oder zu übertreffen.
Um die Dimension dieses Wachstums zu verstehen, lohnt ein Blick zurück. In der Saison 2023/24 — dem 30. Jubiläum der DEL — lagen die Zahlen bereits auf Rekordkurs: Zehn Spieltage vor Ende der Hauptrunde standen über 2,06 Millionen Besucher zu Buche, der Schnitt lag bei 7.015. Das entsprach einem Anstieg von 26 Prozent gegenüber der Vorsaison, wie SPORT1 berichtete. Die Corona-Delle war damit nicht nur ausgeglichen, sondern übertroffen.
Drei Faktoren treiben dieses Wachstum. Erstens: neue und modernisierte Arenen. Die Eröffnung des SAP Garden in München im September 2024 hat dem EHC Red Bull München eine Spielstätte gegeben, die internationale Maßstäbe setzt. Die Investitionen anderer Clubs in ihre Hallen — von der Helios Arena in Schwenningen bis zur Yayla Arena in Augsburg — zeigen, dass die Liga als Ganzes in ihre Infrastruktur investiert.
Zweitens: die mediale Sichtbarkeit. MagentaSport hat die DEL einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, und das Free-TV-Spiel auf DF1 am Sonntag wirkt als Schaufenster, das neue Fans in die Arenen lockt. Wer ein Spiel im Fernsehen sieht und begeistert ist, kauft sich eine Karte für das nächste Heimspiel. Dieser Konversionseffekt ist messbar und erklärt einen Teil des Wachstums.
Drittens: Events wie das DEL Winter Game. Die Open-Air-Spektakel — zuletzt mit 45.110 Zuschauern in Frankfurt — generieren mediale Aufmerksamkeit, die über den einzelnen Spieltag hinauswirkt. Sie zeigen Eishockey als Event, als Erlebnis, und ziehen Menschen in die Hallen, die vorher nie an einem DEL-Spiel teilgenommen hätten.
Die Tendenz für die kommenden Jahre ist positiv. Mit der WM 2027 in Deutschland stehen dem Sport weitere Impulse bevor, die das Zuschauerinteresse auf ein neues Level heben könnten. Die DEL hat sich als zweitstärkste Zuschauerliga Deutschlands nach der Fußball-Bundesliga etabliert — und der Abstand wird kleiner. Was Eishockey in Deutschland auszeichnet, ist die Nähe zwischen Fans und Spielern: In einer 8.000er-Halle sitzt man dichter am Geschehen als in jedem Fußballstadion. Diese Intimität ist ein Wettbewerbsvorteil, den die DEL klug ausspielt.
Bemerkenswert ist auch die geografische Verteilung des Wachstums. Es sind nicht nur die traditionellen Hochburgen Köln, Berlin und Mannheim, die Zuwächse verzeichnen. Auch Standorte wie Bremerhaven, Nürnberg und München haben in den vergangenen Jahren konstant steigende Besucherzahlen gemeldet. Das deutet darauf hin, dass der Eishockey-Boom kein regionales Phänomen ist, sondern eine bundesweite Entwicklung.
Club-Ranking: Wer füllt die Arenen am besten?
Die Zuschauerzahlen der DEL verteilen sich nicht gleichmäßig auf alle 14 Clubs. An der Spitze stehen drei Traditionsstandorte, die ihre Arenen regelmäßig an die Kapazitätsgrenze bringen. Die Kölner Haie führen das Ranking mit einem Durchschnitt von über 16.900 Zuschauern pro Heimspiel an — ein Wert, der in einer Eishockeyliga weltweit zu den höchsten gehört. Die Lanxess Arena mit ihrer Kapazität von 18.600 Plätzen für Eishockey bietet den Haien eine Bühne, die in der DEL einzigartig ist.
Auf Platz zwei folgen die Eisbären Berlin mit rund 13.700 Zuschauern im Schnitt. Die Mercedes-Benz Arena in der Hauptstadt ist zwar kein reines Eishockey-Stadion, bietet aber eine Atmosphäre, die zu den besten der Liga gehört. Berlin profitiert dabei von der Metropolen-Lage und einem breiten Publikum, das über die Hardcore-Fanszene hinausgeht.
Die Adler Mannheim komplettieren das Podium mit einem Durchschnitt von rund 11.150. Die SAP Arena in Mannheim gilt als eine der lautesten Hallen der Liga — hier entsteht eine Stimmung, die Gastmannschaften regelmäßig an den Rand der Verzweiflung treibt. Die Mannheim-Fans sind organisiert, laut und loyal — Eigenschaften, die sich direkt in konstant hohen Besucherzahlen niederschlagen.
PENNY-DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke ordnete den Rekord ein: „Wir hatten gehofft, dass wir den Rekord aus der vergangenen Saison unter anderem durch den neuen SAP Garden in München und das DEL Winter Game in Frankfurt noch einmal übertreffen können. Das ist uns gemeinsam mit unseren 14 Clubs gelungen.“ Diese Aussage unterstreicht, dass der Zuschauerrekord kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis einer bewussten Strategie — neue Arenen, große Events, bessere Vermarktung.
Der SAP Garden in München ist der spannendste Neuzugang in der Arena-Landschaft. Die hochmoderne Spielstätte mit 10.796 Eishockey-Plätzen hat dem EHC Red Bull München erstmals eine Heimstätte gegeben, die dem Anspruch des Clubs gerecht wird. Die Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen sind bereits messbar: Münchens Schnitt ist seit der Eröffnung spürbar gestiegen.
Am anderen Ende der Skala stehen Clubs wie die Schwenninger Wild Wings oder die Augsburger Panther, deren Arenen kleinere Kapazitäten bieten. Das bedeutet nicht, dass die Stimmung dort schlechter wäre — im Gegenteil: In kleineren Hallen kann die Atmosphäre noch intensiver sein, weil die Fans buchstäblich auf dem Eis sitzen. Aber die absoluten Zuschauerzahlen fallen naturgemäß niedriger aus, was sich im Gesamtdurchschnitt der Liga bemerkbar macht. Für diese Clubs ist die Auslastungsquote der ehrlichere Maßstab — und die liegt bei einigen der kleineren Standorte konstant über 90 Prozent, was zeigt, dass das Interesse vorhanden ist, nur die Kapazität fehlt.
Die DEL wächst — die Zahlen beweisen es. Und der Trend zeigt keine Anzeichen einer Verlangsamung. Neue Arenen, steigende TV-Reichweiten und die Aussicht auf die Heim-WM 2027 bilden ein Fundament, auf dem die nächsten Zuschauer-Rekorde entstehen können. Wer heute eine DEL-Dauerkarte kauft, investiert in einen Sport, der sich gerade erst anschickt, sein volles Potenzial auszuschöpfen.
