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Deutsche NHL-Stars heute: Draisaitl, Seider, Stützle und die DACH-Elite

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Deutsche NHL-Stars heute zu verfolgen, bedeutet in der Saison 2025/26 mehr als nur einen einzelnen Namen zu kennen. Ja, Leon Draisaitl ist das Gravitationszentrum — der erste Deutsche mit 1.000 Punkten in der NHL, Gewinner der Maurice Richard Trophy, Träger eines 112-Millionen-Dollar-Vertrags. Aber hinter ihm hat sich eine Generation formiert, die den deutschen Eishockeysport auf eine Stufe hebt, die vor zwanzig Jahren undenkbar gewesen wäre. Moritz Seider verteidigt in Detroit mit einer Physis und Spielintelligenz, die ihn zum Franchise-Verteidiger macht. Tim Stützle orchestriert in Ottawa das Powerplay mit einer Leichtigkeit, die selbst nordamerikanische Scouts in Erstaunen versetzt. Und jenseits der deutschen Grenzen liefern Schweizer wie Nico Hischier und Roman Josi sowie der Österreicher Marco Rossi Belege dafür, dass der DACH-Raum eine NHL-Pipeline entwickelt hat, die dauerhaft produziert.

Die Zahl der deutschsprachigen Spieler in der NHL war noch nie so hoch wie in dieser Saison. Zehn DACH-Spieler unter den relevanten Scorern einer Liga mit über 700 aktiven Profis — das ist kein statistischer Zufall, sondern das Ergebnis verbesserter Nachwuchsarbeit, professionellerer Ligen in Deutschland, der Schweiz und Österreich und einer wachsenden Bereitschaft europäischer Familien, ihre Söhne in nordamerikanische Juniorenligen zu schicken. In den Drafts der vergangenen Jahre wurden regelmäßig DACH-Spieler in den ersten beiden Runden ausgewählt — ein Trend, der noch vor fünfzehn Jahren die Ausnahme war.

Was diese Saison besonders macht, ist die Koinzidenz von sportlichen Höchstleistungen und einer bevorstehenden Olympiade, bei der NHL-Spieler erstmals seit 2014 wieder antreten dürfen. Draisaitl wird Deutschland als Kapitän und Fahnenträger anführen, Seider und Stützle werden das Rückgrat der Defensive und des Sturms bilden. Die NHL-Saison 2025/26 ist für deutsche Eishockey-Fans nicht nur sportlicher Alltag — sie ist die Ouvertüre zum größten Moment des Jahres. Made in Germany — auf dem NHL-Eis.

Leon Draisaitl: Die beste Saison eines Deutschen in der NHL

Leon Draisaitl hat in der Saison 2024/25 eine Spielzeit absolviert, die selbst an seinen eigenen Maßstäben gemessen außergewöhnlich war. 52 Tore, 54 Assists, 106 Punkte in 71 Spielen — Zahlen, die ihn zum besten Torschützen der gesamten NHL machten und ihm die Maurice Richard Trophy einbrachten. Kein deutscher Spieler hatte diese Auszeichnung je gewonnen. Kein europäischer Center hatte seit Jahren eine derart dominante Saison gespielt. Draisaitl hat 2024/25 nicht nur seine persönliche Bestmarke gesetzt, sondern den Maßstab dafür verschoben, was von einem deutschen Eishockeyspieler in der besten Liga der Welt erwartet werden kann.

Der Meilenstein, der diese Saison endgültig in die Geschichtsbücher schreibt, kam im Laufe der Spielzeit 2025/26: 1.000 Punkte in der NHL. Draisaitl erreichte die Marke in seinem 824. Spiel als fünftschnellster Spieler aus einem Land außerhalb Nordamerikas — nach Peter Šťastný (682 Spiele), Jari Kurri (716), Jaromír Jágr (763) und Nikita Kucherov (809). Für einen Spieler, der in Köln aufgewachsen ist, seine Jugend bei den Kölner Haien verbracht hat und mit 18 nach Edmonton gedraftet wurde, ist das ein Weg, den vor ihm kein Deutscher zurückgelegt hat. Draisaitl selbst fasste den Meilenstein zusammen: „Wenn du aus Deutschland kommst, dann ist es ein weiter Weg bis dahin.“ — Leon Draisaitl, Center der Edmonton Oilers

Connor McDavid, Draisaitls langjähriger Mitspieler bei den Edmonton Oilers, kommentierte die Leistung seines Teamkollegen knapp: „Eine unglaubliche Leistung, das so schnell zu erreichen. Er ist schon die gesamte Saison, seine gesamte Karriere herausragend.“ — Connor McDavid, Captain der Edmonton Oilers

Abseits der reinen Statistik hat Draisaitl sein Spiel in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Der 30-Jährige ist längst nicht mehr nur der Torjäger, als der er in seinen ersten NHL-Jahren wahrgenommen wurde. Sein Zwei-Wege-Spiel hat sich deutlich verbessert, seine Faceoff-Quote gehört zu den besten unter den Centers der Liga, und seine Fähigkeit, in Drucksituationen — Playoffs, Overtime, Powerplay — die entscheidenden Spielzüge zu kreieren, macht ihn zu einem der wertvollsten Spieler der NHL. Edmonton-Assistenztrainer Glen Gulutzan bestätigte diese Entwicklung: „Er ist jetzt ein viel kompletterer Spieler als früher – physisch, als Torjäger und als Spielmacher. Er wird mit zunehmendem Alter immer besser.“ — Glen Gulutzan, Assistenztrainer der Edmonton Oilers. In der Defensivzone übernimmt er Verantwortung gegen die besten gegnerischen Linien, im Angriff orchestriert er ein Powerplay, das zu den gefährlichsten der Liga zählt. Dass er seit der Saison 2025/26 einen Vertrag über acht Jahre und insgesamt 112 Millionen Dollar bei den Oilers besitzt, ist die finanzielle Übersetzung seiner sportlichen Bedeutung. Es war zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der höchstdotierte Vertrag in der Geschichte der NHL — eine Marke, die seitdem von anderen Spielern erreicht, aber nicht als weniger beeindruckend empfunden wird.

In Edmonton spielt Draisaitl die Rolle des unumstrittenen Stars. Seit McDavids phasenweiser Verletzungsanfälligkeit hat der Deutsche die Verantwortung als primärer Scorer übernommen — nicht als Ersatz, sondern als gleichwertiger Anführer. Die Oilers bauen ihre Offensive um Draisaitls Fähigkeiten herum: sein Handgelenkschuss aus dem linken Kreis, sein Passspiel im Slot, seine Geduld mit dem Puck in Eins-gegen-eins-Situationen. Gegnerische Trainer planen ihre Defensivstrategien explizit um seine Neutralisierung herum — was regelmäßig misslingt.

Was Draisaitl für das deutsche Eishockey bedeutet, geht über seine persönliche Statistik hinaus. Er ist das Vorbild für eine ganze Generation junger Spieler, die in den DEL-Nachwuchsakademien aufwachsen und davon träumen, denselben Weg zu gehen. Jedes Tor, das er in der NHL schießt, jeder Meilenstein, den er erreicht, erhöht die Sichtbarkeit des deutschen Eishockeys international — und senkt die Hemmschwelle für den nächsten Jungen aus Köln, München oder Mannheim, der den Sprung über den Atlantik wagen will. Die Nachwuchszahlen des DEB belegen diesen Effekt: Die Zahl der registrierten Junioren in Deutschland liegt laut IIHF Survey of Players 2024 bei 16.552 — ein Wert, der in den vergangenen Jahren stetig gewachsen ist und zu dem Draisaitls Vorbildwirkung messbar beigetragen hat.

Draisaitl selbst hat seine Rolle als Botschafter des deutschen Eishockeys nie abgelehnt. Er spricht regelmäßig über seinen Herkunftsweg, über die Kölner Haie, über den kulturellen Schock der ersten Monate in Edmonton und über die Bedeutung der Nationalmannschaft. Dass er bei den Olympischen Spielen 2026 als Kapitän und Fahnenträger Deutschlands fungieren wird, ist die offizielle Anerkennung einer Position, die er im öffentlichen Bewusstsein längst innehat: der wichtigste deutsche Eishockeyspieler aller Zeiten.

Die Top-10 der DACH-Spieler in der NHL 2024/25

Die deutschsprachige NHL-Gemeinde beschränkt sich längst nicht auf einen einzelnen Superstar. Die Top-10 der DACH-Spieler in der Saison 2024/25 zeigt eine Tiefe, die in dieser Form neu ist. An der Spitze Draisaitl mit 106 Punkten, dahinter Nico Hischier aus der Schweiz mit 69 Punkten für die New Jersey Devils, Kevin Fiala, ebenfalls Schweizer, mit 60 Punkten bei den LA Kings. Tim Stützle und Moritz Seider folgen als deutsche Vertreter, dann Timo Meier bei New Jersey, Roman Josi in Nashville, JJ Peterka bei Utah, Lukas Reichel in Chicago und Nino Niederreiter in Winnipeg.

Was dieses Ranking verrät, ist die geographische Diversität der DACH-Präsenz in der NHL. Drei Nationen — Deutschland, Schweiz, Österreich — stellen gemeinsam zehn Spieler, die in der weltbesten Liga relevante Scorer-Rollen einnehmen. Die Schweiz hat dabei den höchsten Pro-Kopf-Anteil: Hischier, Fiala, Meier, Josi und Niederreiter kommen aus einem Land mit acht Millionen Einwohnern, dessen Eishockey-Infrastruktur pro Kopf zu den besten der Welt gehört. Deutschland stellt mit Draisaitl, Stützle, Seider, Peterka und Reichel fünf Spieler — bei einer Bevölkerung, die zehnmal so groß ist wie die der Schweiz. Die Zahlen deuten darauf hin, dass Deutschland bei der NHL-Produktion im Verhältnis zur Einwohnerzahl noch Nachholbedarf hat — aber die Richtung stimmt, und die Wachstumsrate ist höher als in jedem anderen europäischen Land außerhalb der traditionellen Eishockey-Großmächte.

Nico Hischier verdient eine besondere Erwähnung. Der Walliser war 2017 der erste Schweizer, der als Nummer eins im NHL Draft gewählt wurde, und hat sich in New Jersey zum Kapitän und defensiv verantwortungsvollsten Center des Teams entwickelt. Seine 69 Punkte in der Saison 2024/25 sind eine persönliche Bestmarke, und sein Vertrag macht ihn zu einem der bestbezahlten Schweizer Sportler überhaupt. Roman Josi, der Berner Verteidiger in Nashville, spielt seit über einem Jahrzehnt auf Elite-Niveau und gewann 2020 die Norris Trophy als bester Verteidiger der Liga — ein Meilenstein, den kein deutschsprachiger Spieler vor ihm erreicht hatte.

Die jüngere Generation — Peterka, Reichel, und auf österreichischer Seite Marco Rossi bei den Minnesota Wild — zeigt, dass die Pipeline nicht versiegt. Peterka hat sich bei Utah als zuverlässiger Flügelstürmer etabliert, der sowohl im Powerplay als auch bei fünf gegen fünf Akzente setzt. Reichel kämpft sich in Chicago durch eine schwierige Teamphase, sammelt aber wertvolle Erfahrung in einer Mannschaft, die sich im Neuaufbau befindet. Rossi, der als einer der talentiertesten österreichischen Spieler der Geschichte gilt, hat in Minnesota eine zunehmend wichtigere Rolle übernommen — ein Zeichen dafür, dass auch kleinere Eishockey-Nationen wie Österreich in der Lage sind, vereinzelt NHL-Talente zu produzieren. Die DACH-Top-10 ist kein statisches Ranking — sie verschiebt sich mit jeder Saison, und der Trend geht nach oben.

Moritz Seider und Tim Stützle: Deutschlands nächste Generation

Moritz Seider und Tim Stützle sind die beiden Namen, die in jeder Diskussion über die Zukunft des deutschen Eishockeys fallen. Beide wurden in der ersten Runde des NHL Drafts gewählt, beide spielen in ihren Teams tragende Rollen, und beide werden bei den Olympischen Spielen 2026 zum Kern der deutschen Mannschaft gehören. Ihre Karrierewege sind unterschiedlich, aber sie führen in dieselbe Richtung: an die Spitze.

Moritz Seider wurde 2019 von den Detroit Red Wings an sechster Stelle gedraftet — eine Überraschung, die viele NHL-Scouts nicht kommen sahen. Der Mannheimer Verteidiger hatte zu diesem Zeitpunkt gerade seine erste volle DEL-Saison bei den Adler Mannheim absolviert und galt als Rohdiamant mit enormem physischem Potenzial, aber ungewisser Scoring-Entwicklung. Detroit sah mehr. In seiner Rookie-Saison 2021/22 gewann Seider die Calder Trophy als bester Neuling der Liga — der erste Deutsche, der diese Auszeichnung erhielt. Seitdem hat er sich zum Franchise-Verteidiger entwickelt: ein Spieler, der in allen Situationen eingesetzt wird, der die ersten Powerplay- und Penalty-Kill-Einheiten besetzt und der pro Spiel über 24 Minuten Eiszeit bekommt.

Seiders Spielstil ist geprägt von einer Mischung aus physischer Dominanz und technischer Finesse, die in dieser Kombination selten ist. Mit 1,86 Metern und über 90 Kilogramm kann er gegnerische Stürmer an der Bande neutralisieren, gleichzeitig besitzt er einen ersten Pass, der Breakouts einleitet und Konter auslöst. Seine Schwäche — wenn man sie so nennen will — ist die offensive Konstanz: In manchen Saisonphasen trifft er regelmäßig, in anderen versiegen die Punkte. Für einen Verteidiger ist das nicht ungewöhnlich, aber es unterscheidet ihn von reinen Offensiv-Verteidigern wie Roman Josi. Seiders Wert liegt in seiner Vielseitigkeit, nicht in einer einzelnen Statistik.

Tim Stützle ging 2020 an dritter Stelle zu den Ottawa Senators — gleichauf mit Leon Draisaitl (2014, ebenfalls Nr. 3) der höchste Draft-Pick eines Deutschen in der NHL-Geschichte. Der gebürtige Viersener hatte in Mannheim eine bemerkenswerte Jugendsaison gespielt und fiel im Draft hinter Alexis Lafrenière und Quinton Byfield, wurde aber von vielen Scouts als das größte offensive Talent des Jahrgangs eingeschätzt. In Ottawa hat er sich zum offensiven Taktgeber entwickelt: ein Center mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit, kreativem Passspiel und einer Schusstechnik, die Jahr für Jahr produktiver wird. Seine Punkteausbeute steigt seit seinem NHL-Debüt kontinuierlich, und in der Saison 2025/26 gehört er zu den effektivsten Playern der Senators. Dass Ottawa ihn langfristig an den Club gebunden hat, zeigt das Vertrauen in seine Entwicklung.

Was Stützle von vielen seiner Altersgenossen unterscheidet, ist seine Fähigkeit, das Tempo eines Spiels zu kontrollieren. Er kann in einer Angriffssequenz drei Gänge hochschalten, den Gegner mit einer Tempoverschärfung überrumpeln und im nächsten Moment den Puck beruhigen, um die richtige Anspielstation zu finden. Dieses Spielverständnis ist nicht antrainiert — es ist die Sorte Instinkt, die Scouts als Hockey-IQ bezeichnen. Ottawa baut seine Zukunft um Stützle herum, und die Senators-Fans haben in ihm einen Spieler gefunden, der die Geduld der langen Wiederaufbaujahre zu belohnen verspricht.

Zusammen bilden Seider und Stützle das Rückgrat einer deutschen NHL-Zukunft, die über Draisaitl hinausreicht. Wenn Draisaitl in einigen Jahren seine Karriere beendet, werden diese beiden die Fackel übernehmen — nicht als seine Kopien, sondern als eigenständige Spielertypen, die das Spektrum dessen erweitern, was deutsche Eishockeyspieler in der NHL verkörpern können. Seider als physischer, zweikampfstarker Verteidiger in der Tradition von Zdeno Chára oder Shea Weber. Stützle als kreativer, explosiver Center in der Linie von Claude Giroux oder Mika Zibanejad. Die Vielfalt dieser Profile ist eine Stärke, die das deutsche Eishockey international erst in den vergangenen Jahren entwickelt hat — zuvor galt die Devise, dass Deutsche in der NHL vor allem als defensive Rollenspieler funktionieren.

NHL-Ergebnisse aus Deutschland verfolgen: Sender, Zeiten, Quellen

Die NHL aus Deutschland zu verfolgen, erfordert entweder Nachteulen-Qualitäten oder eine gute Aufnahmefunktion. Die meisten Spiele der nordamerikanischen Profiliga beginnen zwischen 01:00 und 04:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit — eine Konsequenz der Zeitverschiebung, die sich nicht durch guten Willen überbrücken lässt. Für Fans, die Draisaitl, Seider oder Stützle live sehen wollen, bedeutet das: Wecker stellen oder am nächsten Morgen Spoiler vermeiden und die Aufzeichnung schauen. Die Zeitfenster variieren je nach Spielort: Spiele an der Ostküste Nordamerikas starten tendenziell früher und enden gegen 03:30 Uhr, während Partien in Edmonton, Vancouver oder Los Angeles erst gegen 04:00 oder 05:00 Uhr enden — für die meisten Berufstätigen keine realistische Option unter der Woche.

Sky Sport und WOW sind die primären Anlaufstellen für NHL-Übertragungen in Deutschland. Mehrere Spiele pro Woche laufen live, mit Fokus auf Partien, in denen deutsche Spieler im Einsatz sind. Die Highlight-Formate am nächsten Morgen fassen die wichtigsten Szenen der Nacht zusammen und sind für viele Fans die realistischere Variante des NHL-Konsums. Ergänzend bietet der offizielle NHL GameCenter Zugang zu allen Spielen der Saison — allerdings mit Blackout-Einschränkungen in Märkten, in denen Sky die Exklusivrechte hält. Für Wochenendspiele, insbesondere Samstagnächte, ist die Bereitschaft zum Live-Schauen höher — die NHL platziert an diesen Tagen bewusst attraktive Paarungen, und Sky reagiert mit entsprechendem Programm.

Abseits der Live-Übertragungen hat sich ein Ökosystem an Informationsquellen entwickelt, das deutsche NHL-Fans rund um die Uhr versorgt. NHL.com bietet eine deutschsprachige Version, die Spielberichte, Statistiken und Feature-Artikel in der Landessprache liefert. Social-Media-Kanäle einzelner Spieler und Teams bieten Echtzeit-Updates, und spezialisierte Podcasts analysieren die Leistungen der deutschen NHL-Profis aus einer DACH-Perspektive. Die Infrastruktur für den deutschen NHL-Fan war nie besser — das einzige, was sich nicht ändern lässt, ist die Uhrzeit.

Von Uwe Krupp bis Leon Draisaitl: Deutsche in der NHL

Der Weg deutscher Spieler in die NHL begann nicht mit Leon Draisaitl — er begann Jahrzehnte früher, mit Pionieren, deren Namen heute nur noch Kenner des Sports auswendig wissen. Uwe Krupp war der erste Deutsche, der in der NHL eine entscheidende Rolle spielte: 1996 schoss er für die Colorado Avalanche das Stanley-Cup-entscheidende Tor in der Overtime — ein Moment, der in der deutschen Eishockey-Geschichte einen festen Platz hat. Krupp war Verteidiger, robust, verlässlich, und er bewies, dass ein Spieler aus der deutschen Bundesliga in der NHL bestehen konnte.

Marco Sturm folgte als nächster prominenter Export. Der Dingolfinger Stürmer spielte über 900 NHL-Partien für sieben verschiedene Teams und war über anderthalb Jahrzehnte ein verlässlicher Scorer, der in Boston, San Jose und Los Angeles seine Spuren hinterließ. Olaf Kölzig, in Südafrika geboren, aber in Deutschland aufgewachsen, hütete das Tor der Washington Capitals und wurde 2000 zum besten Torhüter der Liga gewählt — der einzige deutschsprachige Torhüter, dem diese Ehre zuteilwurde. Jochen Hecht verbrachte zwölf Saisons in der NHL, Dennis Seidenberg gewann 2011 mit den Boston Bruins den Stanley Cup. Christian Ehrhoff spielte über 700 NHL-Partien als offensivstarker Verteidiger. Marcel Goc, Tom Kühnhackl, der Sohn der deutschen Eishockey-Legende Erich Kühnhackl, gewann 2016 und 2017 mit den Pittsburgh Penguins sogar zweimal den Stanley Cup — wenn auch in einer Nebenrolle. Jeder dieser Spieler ebnete den Weg ein Stück weiter, auch wenn keiner von ihnen die Strahlkraft erreichte, die Draisaitl heute besitzt.

Was sich verändert hat, ist die Systematik, mit der der Weg in die NHL heute beschritten wird. In den 1990er und 2000er Jahren waren deutsche NHL-Spieler Einzelfälle — Talente, die durch individuelle Umstände, oft über Umwege, in Nordamerika landeten. Heute gibt es einen strukturierten Pfad: DEL-Nachwuchsakademien identifizieren Talente früh, die besten werden in die CHL-Ligen Kanadas oder die USHL geschickt, und der NHL Draft ist für die Top-Prospects eine realistische Perspektive, keine Fantasie. Der DEB hat seine Nachwuchsarbeit professionalisiert, und die DEL-Clubs investieren zunehmend in Scouting und Spielerentwicklung. Die Ergebnisse dieses systematischen Ansatzes sind nicht nur in der NHL sichtbar, sondern auch in der Breite: Deutschland verfügt laut IIHF Survey of Players 2024 über 6.797 registrierte erwachsene Spieler und 16.552 Junioren — Zahlen, die den Unterbau für künftige NHL-Exporte bilden.

Das Ergebnis ist die heutige Situation: fünf Deutsche unter den relevanten NHL-Scorern, ein Franchise-Star, der zu den drei besten Spielern der Liga gehört, und eine Nachwuchspipeline, die in den kommenden Jahren weitere Talente produzieren wird. Von Uwe Krupps Overtime-Tor 1996 bis zu Draisaitls 1.000-Punkte-Meilenstein 2025/26 liegen dreißig Jahre — und eine Entwicklung, die das deutsche Eishockey von einer Randnotiz der NHL-Geschichte zu einem festen Bestandteil der Liga gemacht hat. Die Frage ist nicht mehr, ob Deutschland NHL-taugliche Spieler produzieren kann. Die Frage ist, wie viele gleichzeitig in der Liga spielen werden — und ob unter ihnen eines Tages ein weiterer Spieler sein wird, der wie Draisaitl in die Sphäre der Allerbesten vordringt.