Die DEL Tabelle 2025/26 erzählt nach über 40 absolvierten Spieltagen eine Geschichte, die selbst optimistische Ligafunktionäre vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätten. Vierzehn Clubs kämpfen um sechs direkte Playoff-Plätze und vier Pre-Playoff-Tickets, während die Zuschauerzahlen zum dritten Mal in Folge neue Höchstmarken setzen. Die PENNY DEL hat sich in den vergangenen Saisons endgültig als zweitstärkste Profiliga Deutschlands hinter der Fußball-Bundesliga etabliert — und der Abstand schrumpft. Was vor einem Jahrzehnt noch als optimistische Prognose galt, ist zur Realität geworden: Eishockey ist in der Mitte des deutschen Sportmarkts angekommen.
An der Tabellenspitze liefern sich die Eisbären Berlin und die Adler Mannheim ein Fernduell, das an Intensität kaum zu überbieten ist. Dahinter lauern die Kölner Haie, der EHC Red Bull München im neuen SAP Garden und die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven, die seit Jahren zu den konstantesten Teams der Liga zählen. Am anderen Ende der Tabelle geht es zwar nicht um den Abstieg — die DEL ist eine geschlossene Liga —, aber um die Frage, ob Clubs wie die Schwenninger Wild Wings oder die Iserlohn Roosters den Sprung in die Pre-Playoffs schaffen.
Wer den heutigen DEL-Spieltag verfolgt, sieht eine Liga im Aufbruch. Die Partie am Freitagabend ist für viele Fans der Wochenendauftakt, das Sonntagsspiel auf DF1 ein ritueller Pflichttermin. Zwischen diesen beiden Fixpunkten passiert mehr, als die bloßen Ergebnisse verraten: taktische Experimente, Import-Spieler, die ihre ersten Wochen im deutschen Eishockey absolvieren, und ein Playoff-Rennen, das so eng ist wie seit Jahren nicht.
Was diese Saison von ihren Vorgängerinnen unterscheidet, ist die Dichte an sportlich relevanten Spielen in der zweiten Saisonhälfte. Die Punktabstände zwischen Platz vier und Platz zehn sind so gering, dass jeder Spieltag die Tabelle durcheinanderwürfelt. Gleichzeitig nähert sich das Olympia-Turnier in Milano Cortina, das im Februar Spieler wie Leon Draisaitl, Moritz Seider und Tim Stützle aus ihren NHL-Teams abziehen wird — mit indirekten Folgen für die DEL, deren Nachwuchsspieler in den vergangenen Jahren zunehmend den Sprung nach Nordamerika geschafft haben. Die Liga spürt den Sog der großen Bühne, und sie profitiert davon: Mehr Aufmerksamkeit für deutsches Eishockey bedeutet mehr Zuschauer, mehr Sponsoren, mehr Nachwuchs an der Bande. Diese Seite liefert den kompletten Überblick — DEL heute, die Liga im Fokus.
Die aktuelle DEL-Tabelle: Wer führt, wer zittert
Die DEL-Tabelle der Saison 2025/26 gliedert sich in drei Zonen, und jede erzählt ihre eigene Geschichte. Oben: die Big Six, die direkt in die Playoffs einziehen. In der Mitte: vier Teams, die über die Pre-Playoffs noch eine Chance bekommen. Unten: vier Clubs, deren Saison im März endet — ohne Abstiegssorgen, aber auch ohne Nachsaison.
An der Spitze hat sich ein Muster verfestigt, das die DEL seit einigen Jahren prägt. Die Eisbären Berlin verteidigen als amtierender Meister ihre Position mit der Souveränität eines Teams, das den Weg zum Titel kennt. Trainer Serge Aubin hat einen Kader zusammengestellt, der in der Tiefe besetzt ist wie kaum ein anderer in der Liga. Die Defensive gehört zu den stabilsten, das Powerplay zu den effektivsten. Dahinter stehen die Adler Mannheim, die nach einer durchwachsenen Vorsaison wieder zu ihrer Identität gefunden haben: schnelles Forechecking, physische Präsenz und ein Publikum in der SAP Arena, das an guten Abenden für eine Atmosphäre sorgt, die gegnerische Teams messbar aus dem Rhythmus bringt.
Die Kölner Haie, die EHC Red Bull München und die Fischtown Pinguins Bremerhaven bilden die dritte Kraft an der Tabellenspitze. In Köln ist die Mannschaft erneut von einem der lautesten Publikum der Liga getragen. Dass die Lanxess Arena mit ihren 18.600 Plätzen regelmäßig voll ist, setzt die Spieler unter einen Erwartungsdruck, der in beide Richtungen wirken kann. München hat im SAP Garden eine neue Heimat gefunden, die architektonisch und akustisch Maßstäbe setzt. Bremerhaven überrascht weiter mit effizienter Kaderplanung und einem Spielstil, der auf Tempo und Umschaltspiel basiert.
Die PENNY DEL positioniert sich als Nummer zwei unter den deutschen Profiligen — gemessen an Zuschauerzahlen, medialer Reichweite und wirtschaftlicher Dynamik. Das ist kein Marketingslogan, sondern eine Einordnung, die sich an konkreten Zahlen belegen lässt, wie der Presse-Mitteilung der PENNY DEL zu entnehmen ist. In der Tabellenmitte kämpfen Teams wie die Düsseldorfer EG, die Nürnberg Ice Tigers und die Straubing Tigers um ihre Chancen. Der Unterschied zwischen Platz sechs und Platz zehn beträgt oft nur wenige Punkte — ein verlorenes Overtime-Spiel kann drei Ränge kosten.
Im unteren Tabellendrittel stehen Clubs, die sportlich an ihre Grenzen stoßen, aber wirtschaftlich stabil arbeiten. Die geschlossene Ligastruktur der DEL bedeutet, dass kein Team absteigen kann. Das nimmt Druck, birgt aber auch die Gefahr, dass die letzten Saisonwochen für vier Mannschaften zur Pflichtübung verkommen. Einige Clubs nutzen diese Phase, um Nachwuchsspielern Eiszeit zu geben — ein Kompromiss zwischen sportlicher Ambition und langfristiger Kaderentwicklung.
Bemerkenswert ist der taktische Wandel, der sich quer durch die Tabelle beobachten lässt. Die Zeiten, in denen DEL-Teams primär auf physisches Spiel und Dump-and-Chase setzten, sind vorbei. Immer mehr Trainer setzen auf kontrollierte Puckbesitz-Systeme, die aus der NHL und der schwedischen SHL adaptiert sind. Die Eisbären Berlin praktizieren ein strukturiertes Breakout-Spiel, das in seiner Komplexität europäisches Spitzenniveau erreicht. Die Adler Mannheim setzen auf aggressive Forechecking-Formationen, die den Gegner schon in seiner eigenen Zone unter Druck setzen. Selbst Teams im Tabellenmittelfeld investieren zunehmend in Videoanalyse und taktische Schulungen — ein Zeichen dafür, dass die professionelle Infrastruktur der Liga auf breiter Front wächst. Dass dieser taktische Fortschritt kein Selbstzweck ist, zeigen die Zuschauerzahlen: Attraktiveres Spiel füllt die Hallen.
14 Clubs, 14 Arenen: Zuschauerzahlen und Rekorde
Die Zuschauerzahlen der DEL sind mehr als eine Statistik — sie sind das Fieberthermometer der Liga. Im Saisonverlauf 2024/25 hat die PENNY DEL mit über 2,8 Millionen Zuschauern in 364 Hauptrundenspielen einen neuen Rekord aufgestellt. Das entspricht einem Plus von rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Schnitt von etwa 7.750 Zuschauern pro Partie. Die Saison 2025/26 bewegt sich auf einem vergleichbaren Kurs.
Drei Clubs dominieren die Zuschauer-Rangliste seit Jahren. Die Kölner Haie ziehen im Schnitt rund 16.900 Fans pro Heimspiel an — ein Wert, der in einer Liga mit durchschnittlich unter 10.000 Zuschauern bemerkenswert ist. Die Lanxess Arena bietet den Rahmen, die Kölner Eishockey-Tradition liefert die Substanz. Dahinter folgen die Eisbären Berlin mit durchschnittlich etwa 13.700 Zuschauern und die Adler Mannheim mit rund 11.150. Diese drei Standorte allein generieren einen signifikanten Anteil der gesamten Liga-Besucherzahl.
DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke kommentierte den Rekord deutlich: „Wir hatten gehofft, dass wir den Rekord aus der vergangenen Saison unter anderem durch den neuen SAP Garden in München und das DEL Winter Game in Frankfurt noch einmal übertreffen können. Das ist uns gemeinsam mit unseren 14 Clubs gelungen.“ — Gernot Tripcke, Geschäftsführer der PENNY DEL
Ein Faktor, der die Zuschauerdynamik in dieser Saison besonders beeinflusst, ist der SAP Garden in München. Die am 27. September 2024 eröffnete Arena bietet 10.796 Plätze für Eishockey, wurde für rund 150 Millionen Euro errichtet und stammt vom dänischen Architekturbüro 3XN. Für den EHC Red Bull München bedeutet der Umzug einen Quantensprung: modernste Infrastruktur, bessere Sichtlinien, eine Akustik, die auf Eishockey optimiert ist. Die Auslastung liegt in der laufenden Saison bei nahezu 100 Prozent — für ein Team, das zuvor in der deutlich kleineren Olympia-Eishalle spielte, ist das ein bemerkenswerter Sprung.
Abseits der großen Drei gibt es Clubs, die mit begrenzteren Mitteln arbeiten und dennoch eine erstaunliche Fanbasis pflegen. Wolfsburg füllt die Eis Arena regelmäßig, in Bremerhaven hat sich eine Fangemeinde entwickelt, die in keinem Verhältnis zur Stadtgröße steht. Die Augsburger Panther, die Nürnberg Ice Tigers und die Düsseldorfer EG bewegen sich im Mittelfeld — stabile Zuschauerzahlen, die je nach sportlichem Erfolg nach oben ausschlagen. Besonders Düsseldorf zeigt, wie ein traditioneller Eishockey-Standort nach schwierigen Jahren wieder Fuß fassen kann: Der PSD Bank Dome bietet 15.151 Plätze und wird ab 2027 Schauplatz der Eishockey-Weltmeisterschaft sein. Allein diese Perspektive gibt der Stadt einen Schub, der sich schon jetzt in wachsendem Zuschauerinteresse niederschlägt.
Die Löwen Frankfurt haben als relativer Neuling in der DEL eine bemerkenswerte Entwicklung genommen. Nach dem Aufstieg und dem Erlebnis des Winter Game 2025 — mit über 45.000 Zuschauern im eigenen Fußballstadion — hat der Club eine Euphorie erzeugt, die weit über die traditionelle Eishockey-Gemeinde hinausreicht. Adler-Trainer Dallas Eakins fasste die Faszination des Open-Air-Events zusammen: „Es ist so speziell, weil es uns an die Wurzeln des Spiels erinnert. In Kanada spielen wir als Kinder unter freiem Himmel auf der Straße.“ — Dallas Eakins, Trainer der Adler Mannheim
Am unteren Ende der Zuschauerskala stehen Standorte wie Schwenningen oder Iserlohn, deren Arenen mit rund 4.500 bis 5.000 Plätzen den Schnitt drücken. Das ist kein Makel, sondern eine Realität des deutschen Eishockeymarkts: Nicht jeder Standort kann eine 18.000er-Arena füllen, und nicht jeder muss das. Die Breite der Liga — von der Großstadtarena bis zur kompakten Eishalle — macht einen Teil ihres Charmes aus. Die Stimmung in einer vollen 5.000er-Halle kann intensiver sein als in einer halbvollen 15.000er-Arena. Wer einmal ein ausverkauftes Spiel in Bremerhaven oder Straubing erlebt hat, weiß, dass Zuschauerzahlen allein nichts über die Qualität des Stadionerlebnisses aussagen.
Die Gesamtentwicklung der Zuschauerzahlen lässt sich in einen europäischen Kontext einordnen. Die DEL liegt im Zuschauerschnitt unterhalb der Schweizer National League, die trotz kleinerer Arenen eine höhere Auslastung erreicht, aber deutlich vor der österreichischen ICEHL und den meisten skandinavischen Ligen. Innerhalb Deutschlands hat die DEL ihren Platz als zweitbeliebteste Liga nach der Fußball-Bundesliga gefestigt — ein Rang, den sie lange mit der Handball-Bundesliga teilte, inzwischen aber klar für sich beansprucht.
So funktioniert der DEL-Spielplan 2025/26
Der DEL-Spielplan folgt einem Rhythmus, den regelmäßige Zuschauer im Schlaf kennen: 52 Spieltage Hauptrunde, verteilt auf die Monate September bis März. Die Kerntage sind Freitag und Sonntag — Freitagabend als Highlight der Arbeitswoche, Sonntagnachmittag als Familienformat. Dazwischen gibt es Dienstags- und Mittwochsspiele, die vor allem für Nachholpartien und englische Wochen genutzt werden.
Jedes der 14 Teams absolviert 52 Spiele in der regulären Saison: 26 Heim- und 26 Auswärtspartien. Das bedeutet, dass jede Mannschaft gegen jede andere viermal antritt — zweimal zu Hause, zweimal auswärts. Die Symmetrie sorgt für sportliche Fairness, erzeugt aber auch eine gewisse Vorhersehbarkeit im Kalender. Fans wissen Monate im Voraus, wann welcher Gegner in die eigene Arena kommt.
Der typische DEL-Freitag beginnt um 19:30 Uhr. In den meisten Wochen finden fünf bis sieben Spiele parallel statt, was bedeutet, dass das Liveticker-Erlebnis mindestens ebenso wichtig ist wie das Verfolgen des eigenen Teams. Wer einen MagentaSport-Zugang hat, kann über die Konferenz-Schaltung alle Partien gleichzeitig sehen — ein Format, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut und in seinem Spannungsbogen an die Fußball-Bundesliga-Konferenz erinnert. Der Unterschied: Im Eishockey fallen die Tore dichter, und ein 0:2-Rückstand im dritten Drittel ist alles andere als ein Endstand. Wer nicht zahlen möchte, hat sonntags eine Alternative: DF1 zeigt jede Woche ein Spiel im Free-TV, abrufbar auch über Joyn im Livestream. Die Auswahl des Sonntagsspiels folgt dabei einem Rotationsprinzip, das dafür sorgt, dass über die Saison hinweg möglichst viele Clubs im Free-TV vertreten sind.
Die Spieltagstruktur hat sich in den vergangenen Jahren leicht verändert. Während früher nahezu alle Partien freitags und sonntags angesetzt wurden, gibt es inzwischen mehr Mittwochstermine — eine Reaktion auf die wachsende Mediennachfrage und die Anforderungen des internationalen Kalenders. CHL-Spiele, Länderspiele des DEB und die Abstellungen für WM-Vorbereitungsturniere erfordern Flexibilität. Für Fans, die den Überblick behalten wollen, ist ein Blick auf die offizielle Spieltagsübersicht der PENNY DEL unverzichtbar.
Ein besonderes Merkmal des DEL-Spielplans 2025/26 sind die strategisch platzierten Highlights: das Winter Game zu Beginn des Jahres, der Record-Spieltag mit Sonderaktionen in allen Arenen und die letzten Spieltage vor dem Playoff-Start, an denen traditionell die höchsten Zuschauerzahlen gemessen werden. Die Liga hat verstanden, dass ein Spielplan mehr sein muss als eine Aneinanderreihung von Terminen — er ist ein Instrument der Dramaturgie.
Die Anstoßzeiten verdienen einen eigenen Blick. Freitagsspiele starten in der Regel um 19:30 Uhr, Sonntagsmatches um 14:00 oder 16:30 Uhr. Diese Zeiten sind bewusst gewählt: Der Freitagabend konkurriert mit dem Fußball-Freitag der Zweiten Bundesliga, liegt aber spät genug, dass Pendler noch rechtzeitig in der Halle sein können. Der Sonntagnachmittag richtet sich an Familien und vermeidet die Überschneidung mit dem Bundesliga-Sonntag um 17:30 Uhr. Wer Auswärtsfahrten plant, sollte den Zeitpuffer für die Rückreise einkalkulieren — ein DEL-Sonntagsspiel in Bremerhaven oder Schwenningen bedeutet für viele Fans eine Tagesreise.
Das Playoff-Rennen: Wer schafft den Sprung
Das Playoff-Rennen der DEL 2025/26 verdichtet sich in diesen Märzwochen zu einer Intensität, die selbst neutrale Beobachter in den Bann zieht. Sechs Teams qualifizieren sich direkt für das Viertelfinale, vier weitere erhalten über die Pre-Playoffs eine zweite Chance. Wer auf Platz elf oder darunter landet, ist raus. In einer Liga mit nur 14 Mannschaften bedeutet das: Mehr als zwei Drittel aller Clubs spielen in der Nachsaison. Das klingt großzügig — ist es aber nicht, wenn man die Punkteabstände betrachtet.
Zwischen Platz sechs und Platz zehn liegen regelmäßig weniger als zehn Punkte. Ein Wochenende mit zwei Niederlagen kann ein Team vom sicheren Playoff-Rang in die Pre-Playoff-Zone rutschen lassen. Diese Enge ist kein Zufall, sondern ein strukturelles Merkmal der DEL: Die Salary-Cap-Regelung, die Begrenzung der Import-Spieler und die vergleichsweise kurze Saison sorgen dafür, dass die Leistungsunterschiede geringer sind als etwa in der NHL.
Für die Clubs, die um die Plätze sieben bis zehn kämpfen, ist die Pre-Playoff-Runde ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bietet sie eine zusätzliche Qualifikationschance, andererseits sind die Pre-Playoffs ein kräftezehrendes Best-of-Three-Format, das den Gewinner physisch und mental belastet, bevor die eigentlichen Playoffs beginnen. Teams, die direkt ins Viertelfinale einziehen, haben nicht nur den sportlichen Vorteil des Heimrechts, sondern auch den Luxus frischer Beine. Seit der Einführung des Best-of-Seven-Formats ab dem Viertelfinale in der Saison 2024/25 hat sich die Kluft zwischen den Top-Sechs-Teams und den Pre-Playoff-Teilnehmern tendenziell vergrößert — die längeren Serien belohnen Kadertiefe, und genau die fehlt den kleineren Clubs häufig.
Die vergangene Saison hat gezeigt, dass das Publikum in der Playoff-Phase noch einmal deutlich wächst. Die Rekordsaison 2024/25 mit über 2,8 Millionen Zuschauern in der Hauptrunde ließ die Nachfrage nach Playoff-Tickets zusätzlich steigen. Ausverkaufte Arenen, Stehplatz-Atmosphäre, Übertragungsrekorde auf MagentaSport — die Nachsaison ist das wirtschaftliche und emotionale Herzstück des DEL-Jahres. Wer es nicht in die Playoffs schafft, verliert nicht nur sportlich, sondern auch finanziell: Zusatzeinnahmen durch Heimspiele, Merchandising und TV-Gelder entfallen.
Im aktuellen Rennen zeichnen sich einige Trends ab. Die Eisbären Berlin und die Adler Mannheim haben ihre Plätze unter den Top Vier praktisch sicher. Dahinter wird es unübersichtlich. Teams wie die Grizzlys Wolfsburg, die Straubing Tigers oder die Löwen Frankfurt, die nach ihrem Aufstiegsjahr inzwischen in der Liga angekommen sind, liefern sich Woche für Woche ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Trainerdiskussionen in den Medien werden lauter, die Kaderrotation intensiver, die taktischen Anpassungen feingliedriger.
Besonders interessant ist die Rolle der Torhüter in dieser Phase der Saison. Während Mannschaften mit einem klaren Nummer-eins-Goalie wie die Eisbären Planungssicherheit haben, experimentieren Teams im Mittelfeld häufiger mit dem Tandem-System — zwei Torhüter, die sich abwechseln, um Belastung zu steuern und den Gegner vor unbekannte Aufgaben zu stellen. Die Frage, wer im Playoff-Ernstfall zwischen den Pfosten steht, kann über den Ausgang einer gesamten Serie entscheiden. Mannschaften, die zu diesem Zeitpunkt noch keinen Stammtorhüter benannt haben, gehen ein kalkuliertes Risiko ein.
Ein weiterer Faktor im Playoff-Rennen sind die Verletztenlisten. Im Eishockey, wo Bodychecks zur Grundausstattung des Spiels gehören, steigt die Verletzungsquote zum Saisonende regelmäßig an. Clubs mit breitem Kader und starkem DEL2-Unterbau können Ausfälle besser kompensieren als Teams, deren Erfolg von wenigen Schlüsselspielern abhängt. Die Tiefe des Kaders ist in den letzten Wochen vor den Playoffs oft wichtiger als die individuelle Klasse der Topspieler. Playoff-Eishockey beginnt in der DEL nicht erst im April — es beginnt im März, wenn die letzten Spieltage der Hauptrunde über Sein oder Nichtsein entscheiden.
Rekorde und Meilensteine der laufenden Saison
Rekorde sind im Sport die Währung der Erinnerung, und die DEL hat in den vergangenen zwei Saisons davon mehr geprägt als im gesamten Jahrzehnt zuvor. Der wichtigste: die bereits genannten 2,8 Millionen Zuschauer im Grunddurchgang 2024/25. Doch die Geschichte geht weiter zurück. Schon die Saison 2023/24, die dreißigste in der Geschichte der DEL, brachte einen Sprung, der seinesgleichen suchte. Zehn Spieltage vor Ende der Hauptrunde zählte die Liga bereits über zwei Millionen Besucher, bei einem Schnitt von 7.015 pro Spiel — ein Plus von 26 Prozent gegenüber der Vorsaison.
Das Winter Game 2025 in Frankfurt setzte einen eigenen Meilenstein: 45.110 Zuschauer im Deutsche Bank Park, Löwen Frankfurt gegen Adler Mannheim, Endstand 5:1. Es war das bestbesuchte Eishockeyspiel in der Geschichte Deutschlands und ein Beweis dafür, dass das Interesse am Sport weit über die klassische Hallengemeinde hinausreicht. Wer an einem Januarabend über 45.000 Menschen in ein Fußballstadion lockt, um Eishockey zu sehen, hat etwas richtig gemacht. Auch im Pay-TV schlug das Event Wellen: 200.000 Zuschauer verfolgten das Winter Game auf MagentaSport — ein Rekord für ein einzelnes DEL-Spiel auf einer Bezahlplattform.
Auch auf individueller Ebene fallen Rekorde. Die Torjägerlisten der DEL werden in dieser Saison von Spielern angeführt, die in ihrer Altersklasse zu den produktivsten der Ligageschichte gehören. Die zunehmende Qualität der Import-Spieler — viele mit NHL- oder AHL-Erfahrung — hebt das Niveau der Liga spürbar an. Gleichzeitig behaupten sich deutsche Spieler stärker als früher in den Scoring-Rankings, ein Zeichen dafür, dass die Nachwuchsarbeit des DEB Früchte trägt. Die Zweigleisigkeit aus internationaler Verstärkung und einheimischer Entwicklung ist ein Balanceakt, den die DEL inzwischen souverän meistert. Die Import-Kontingentregelung — jedes Team darf eine begrenzte Anzahl nicht-deutscher Spieler einsetzen — verhindert, dass der Kader übermäßig von Ausländern dominiert wird, und sichert deutschen Talenten Eiszeit, die sie für ihre Entwicklung brauchen.
Die Saison 2025/26 schreibt diese Entwicklung fort. Die Frage ist nicht mehr, ob die DEL ihre eigenen Rekorde brechen kann, sondern um wie viel. Die Liga hat eine Wachstumsdynamik entwickelt, die sich selbst verstärkt: bessere Zuschauerzahlen ziehen mehr Sponsoren an, mehr Sponsoren ermöglichen bessere Kader, bessere Kader produzieren attraktiveren Sport, attraktiverer Sport bringt mehr Zuschauer. Es ist eine Aufwärtsspirale, die so lange funktioniert, wie die sportliche Qualität mit dem wirtschaftlichen Wachstum Schritt hält. Bislang tut sie das.
Ein weniger sichtbarer, aber ebenso bedeutsamer Rekord betrifft die mediale Reichweite. Die DEL und ihre 14 Clubs erreichen gemeinsam rund drei Millionen Follower auf Social-Media-Plattformen — ein Wert, der vor fünf Jahren undenkbar gewesen wäre. Highlights auf Instagram und TikTok, Live-Clips auf YouTube, Spieler-Interviews in den Club-eigenen Kanälen: Die Liga hat verstanden, dass der Zuschauer von morgen heute auf seinem Smartphone erreicht wird. Dass diese digitale Wachstumskurve parallel zur physischen Zuschauerkurve verläuft, widerlegt das alte Argument, Social Media und Stadionbesuche schlössen sich gegenseitig aus. Im Eishockey beflügeln sie sich.
